Daemon Tarot - historische Dämonologie als Werkzeug für Schattenarbeit
Nicht jedes Deck folgt der Rider-Waite-Struktur. Dieses auch nicht. Das Daemon Tarot besteht aus 69 Karten ohne Große oder Kleine Arkana und stützt sich vollständig auf die Dämonologie, wie sie im 19. Jahrhundert aufgezeichnet wurde.
Die Grundlage bilden die Holzschnitte von Luis Breton, die ursprünglich in der Ausgabe von 1863 des Dictionnaire Infernal von Jacques Auguste Simon Collin de Plancy veröffentlicht wurden. Ariana Osborne hat diese Illustrationen gesammelt und ein verwendbares System darum herum geschaffen. Das Ergebnis ist ein Deck, das Kunstgeschichte und Divination verbindet.
Was du auf den Karten siehst
Die Bildsprache ist schwarzweiß, scharf, manchmal grotesk. Jede Figur ist ein Dämon aus der christlichen Hierarchie der Unterwelt. Sie tragen Attribute, manche haben Flügel, andere stehen auf Sockeln oder Thronen.
Der Stil ist der des französischen Holzschnitts aus der Mitte des 19. Jahrhunderts: detailreich, theatralisch, mit einem leichten Hauch von Satire. Breton arbeitete mit starken Kontrasten und einem Sinn für Drama. Das macht die Karten visuell kraftvoll, erfordert aber auch ein Begleitheft, das erklärt, was du siehst.
Dieses Begleitheft liegt bei. 160 Seiten, die den Hintergrund jedes Dämons beschreiben, die Symbolik interpretieren und vorschlagen, wie du die Karte in einer Legung lesen könntest. Ohne dieses Buch bleiben die Karten Illustrationen.
Wie dieses Deck in der Praxis funktioniert
Dies ist kein Deck für schnelle Antworten. Die Struktur weicht vom klassischen Tarot ab, du musst also deinen eigenen Weg finden, wie du die Karten legst. Das Begleitheft bietet dafür keine festen Muster, nur Interpretationen pro Karte.
Was das Deck gut macht, ist Schattenarbeit. Jeder Dämon steht für einen Aspekt menschlichen Verhaltens, den wir lieber nicht sehen: Stolz, Wut, Angst, Manipulation, Eifersucht. Die Karten konfrontieren dich damit. Nicht subtil, sondern direkt.
Ziehe eine Karte und lies den dazugehörigen Text ganz durch. Lass sie ein oder zwei Tage liegen, bevor du wieder ziehst. Die Themen sind schwer genug, um sie nicht schnell hintereinander zu stapeln.
Über Ariana Osborne
Ariana Osborne arbeitet als Printdesignerin und Autorin in Portland, Oregon. Sie kommt aus einer Familie von Designern und verbindet technisches Können mit einem Interesse am Okkulten.
Für dieses Projekt hat sie Bretons Gravuren gesammelt, organisiert und mit einer Interpretation versehen, die an moderne Divination anschließt. Ihre Rolle ist die einer Kuratorin und Übersetzerin: Sie hat die Bilder nicht geschaffen, aber sie verwendbar gemacht.
Spezifikationen
- Anzahl der Karten: 69
- Kartengröße: 76 x 102 mm
- Begleitheft: 160 Seiten
- Sprache: Englisch
- Verlag: Sterling Publishing
- Kartonqualität: stabil, langlebig
- Verpackung: robuste Aufbewahrungsbox
- Illustrator: Luis Breton (1863)
- Autorin: Ariana Osborne
Was uns oft gefragt wird
Kann ich dieses Deck verwenden, wenn ich nur Rider-Waite kenne?
Ja, aber du musst die Erwartung loslassen, dass es 78 Karten mit fester Struktur gibt. Dieses System funktioniert anders. Das Begleitheft erklärt, wie du die Karten interpretierst, aber du musst selbst experimentieren, wie du sie legst.
Sind die Themen konfrontierend?
Ja. Es geht um Dämonen, Schattenseiten und Aspekte menschlichen Verhaltens, die schmerzhaft sein können, wenn man sie erkennt. Dies ist kein leichtes Deck.