Deviant Moon Tarot - surrealistische Bildsprache mit historischen Texturen
Manche Tarotkarten laden ein. Dieses Deck konfrontiert. Das Deviant Moon Tarot von Patrick Valenza dreht sich nicht um Trost, sondern um die Auseinandersetzung mit dem, was unter der Oberfläche liegt.
Die Figuren sind Mondwesen mit langen Gliedmaßen und großen, hohlen Augen. Ihre Kleidung ist aus Fotografien von Grabsteinen des 19. Jahrhunderts auf Friedhöfen in Long Island zusammengesetzt. Die Hintergründe stammen von einer nahe gelegenen verlassenen psychiatrischen Anstalt: verwitterte Türen, Fenster und Mauern wurden zu Schlössern, Fabriken und Städten umgeformt. Valenza hat diese Texturen digital zu Traumlandschaften verarbeitet, die irgendwo zwischen vertraut und fremd schweben.
Diese rahmenlose Edition hat keinen weißen Rand. Das Artwork füllt die gesamte Karte aus, was den visuellen Abstand zwischen Bild und Leser verkürzt.
Wie Valenza dieses Deck aufgebaut hat
Die Symbolik weicht bewusst vom klassischen Rider-Waite-System ab. Valenza hat die Tradition als Ausgangspunkt genommen und sie in seine eigene Bildsprache überführt. Jede Karte verbindet handgezeichnete Elemente, fotografische Texturen und digitale Bearbeitung. Sein Figurenstil ist vom antiken griechischen Kunsthandwerk beeinflusst, mit einer abstrakten, spielkartenartigen Wendung.
Die Farben sind gedämpft: Grau, Sepia, verwittertes Blau. Hier und da ein Aufblitzen von Rot oder Gold. Die mondförmigen Gesichter kehren auf jeder Karte wieder und geben dem Deck eine starke innere Konsistenz.
Der Kartenrücken zeigt verschiedene Mondphasen in einem symmetrischen Muster, was Legungen mit umgekehrten Karten ermöglicht.
Das Begleitheft und die Arbeit mit dem Deck
Das 48-seitige Begleitheft bietet Deutungen für jede Karte, sowohl aufrecht als auch umgekehrt, und enthält das Lunatic Spread: eine Zehn-Karten-Legung in der Form eines Vollmonds. Ausführliche Legeanweisungen oder Grundlagen für Einsteiger sind nicht enthalten.
Viele Lesende verwenden dieses Deck gezielt für Schattenarbeit oder für Fragen, die einen ungeschminkten Spiegel erfordern. Die Bildsprache ist melancholisch, mitunter düster, immer intensiv. Wer klare, sanfte Orientierung sucht, findet sie hier nicht.
Leg dieses Deck am besten abends oder bei Kunstlicht. Die mondbeleuchtete Atmosphäre der Karten kommt bei gedimmtem Licht stärker zur Geltung und macht die Symbolik direkter erfahrbar.
Über Patrick Valenza
Patrick Valenza ist Künstler und Tarotmacher. Seine Faszination für Tarot begann bereits in der Kindheit. Er hat das Deck aus Träumen und Bildern gestaltet, die er über viele Jahre gesammelt hat.
Für das Deviant Moon Tarot kombinierte er Zeichnen, Fotografie und digitale Bearbeitung und arbeitete jahrelang an einem stimmigen Universum, in dem alle 78 Karten ihren eigenen Platz in einer einzigen surrealistischen Welt haben. Das Ergebnis ist eines der bekanntesten und einflussreichsten Tarotdecks des frühen 21. Jahrhunderts.
Spezifikationen
- Anzahl der Karten: 78
- Format: 76 x 130 mm
- Verarbeitung: Mattes Karton, rahmenlos
- Begleitheft: 48 Seiten
- Sprache: Englisch
- Verlag: U.S. Games Systems
- ISBN: 9781572817715
- Macher: Patrick Valenza
Was uns oft gefragt wird
Warum fühlt sich dieses Deck so anders an als klassisches Tarot?
Valenza nutzt historische Fotografien als Grundlage für seine Texturen. Die verwitterten Grabsteine und Mauern verlassener Gebäude verleihen den Karten eine greifbare, physische Tiefe. Dazu weichen die Figuren bewusst von menschlichen Proportionen ab, was die surrealistische Atmosphäre durchgehend verstärkt.
Was unterscheidet diese rahmenlose Edition von einer Standardversion?
Die weißen Ränder wurden entfernt, sodass das Artwork bis an die Kante jeder Karte reicht. Das macht die Bilder intensiver und beseitigt eine visuelle Barriere zwischen dir und der Karte.