Epic Tarot - vier Fantasiewelten für Schattenarbeit
Manche Tarotkarten sollen dich aufheitern. Diese nicht. Epic Tarot von Riccardo Minetti und Paolo Martinello baut vier ausgedehnte Fantasiewelten auf, jede verbunden mit einem Element und einer Jahreszeit. Die Bildsprache ist dunkel, manchmal konfrontierend, immer dramatisch.
Die Karten folgen der Struktur eines klassischen Tarots, aber die visuelle Sprache weicht erheblich von dem ab, was du in einem Rider-Waite-Smith-Deck siehst. Martinello zeichnet Szenen voller Bewegung, Konflikt und Emotion. Glänzender Karton verstärkt die Farben und vertieft die Schatten.
Was du auf den Karten siehst
Jede Karte zeigt ein Fragment einer größeren Erzählung. Charaktere stehen nicht still, sie kämpfen, fliehen, trauern oder verwandeln sich. Die Hintergründe sind keine Dekoration, sondern Teil der Bedeutung: eine Winterlandschaft für die eine Karte, eine Sommerwiese für die andere.
Die Elemente bestimmen die Stimmung. Erde und Winter bringen Struktur und Kälte, Feuer und Sommer Hitze und Impuls. Diese Verbindung zieht sich durch das gesamte Deck und hilft dir, visuelle Muster schnell zu erkennen.
Es gibt keinen Text auf den Karten selbst. Nur Symbole, Gesichter und Landschaften. Das verlangt Schauen, nicht Lesen.
Wofür dieses Deck funktioniert
Epic Tarot ist für Introspektion konzipiert. Die Bilder zwingen dich, über eine Standardbedeutung hinauszuschauen. Schattenarbeit, das Untersuchen verborgener Emotionen und die Konfrontation mit dem Ego, das sind Themen, die hier immer wieder auftauchen.
Das Begleitheft ist ein handliches Anleitungsheft, genug um die Grundbedeutungen zu erfassen. Aber die eigentliche Tiefe liegt in dem, was du selbst siehst. Das macht das Deck geeignet für Leute, die bereits etwas Erfahrung mit Tarot haben, oder zumindest bereit sind, eine Weile durchzuhalten.
Zieh eine Karte und schau dir fünf Minuten lang nur das Bild an. Was passiert? Wohin schaust du zuerst, wohin geht dein Blick dann? Erst dann liest du die Bedeutung.
Über Riccardo Minetti und Paolo Martinello
Riccardo Minetti ist Tarotdesigner und Autor. Er arbeitet oft mit Symbolik, die über klassische Traditionen hinausgeht, und Epic Tarot ist ein gutes Beispiel dafür.
Paolo Martinello ist Fantasy-Illustrator. Seine Arbeit zeichnet sich durch dramatische Kompositionen und eine starke Betonung von Emotion aus. Für Epic Tarot hat er einen Stil gewählt, der mehr mit Buchumschlägen gemein hat als mit traditionellen Tarotkarten.
Spezifikationen
- Anzahl der Karten: 78 (22 Große Arkana, 56 Kleine Arkana)
- Format: 70 x 120 mm
- Material: glänzender Karton
- Sprache des Begleithefts: Englisch
- Verlag: Lo Scarabeo
- Enthalten: Anleitungsheft (Little White Book)
Was uns oft gefragt wird
Funktioniert dieses Deck für Anfänger?
Das hängt davon ab. Die Struktur ist klassisch, das Heft gibt Grundbedeutungen. Aber die Bilder verlangen Interpretation. Wenn du gewohnt bist, dich an feste Bedeutungen zu halten, kann das etwas Eingewöhnung brauchen.
Wie unterscheidet sich dieses Deck von einem Rider-Waite-Smith-Tarot?
Die Reihenfolge und Bedeutungen sind vergleichbar, aber die visuelle Sprache ist völlig anders. Keine symbolischen Tableaus, sondern vollständige Fantasieszenen mit ihrer eigenen narrativen Logik. Das macht es weniger unmittelbar lesbar, aber reicher an Details.