Golden Tarot of the Tsar - russische Ikonenkunst auf 78 Tarotkarten
Nicht jedes Tarotdeck sieht aus wie eine Galerie von Heiligenporträts. Dieses schon. Golden Tarot of the Tsar bringt die Bildsprache byzantinischer Ikonen und russischer religiöser Miniaturen in die Struktur des Rider-Waite-Systems.
Der bulgarische Künstler Atanas Atanassov zeichnete alle 78 Karten im Stil klassischer Ikonenkunst: majestätische Figuren, goldene Heiligenscheine, symbolische Farben und Haltungen, die direkt auf alte religiöse Traditionen zurückgehen. Jede Karte ist mit glänzender Goldfolie bedruckt, was dem Deck im Licht einen fast sakralen Glanz verleiht.
Was du auf den Karten siehst
Die großen Arkana zeigen Szenen aus dem Leben christlicher Heiliger und biblischer Figuren. Die Hohepriesterin trägt einen Schleier und sitzt vor einem Hintergrund kirchlicher Architektur. Der Narr trägt ein Narrengewand, aber seine Haltung und Umgebung erinnern eher an eine mittelalterliche Miniatur als an einen verspielten Wanderer.
Die kleinen Arkana folgen demselben Muster. Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen sind eingebettet in Szenen, die an Tableaus aus alten religiösen Handschriften erinnern. Die Farbpaletten sind reich: Tiefrot, Königsblau, Ocker, Elfenbein und überall dieses warme, leuchtende Gold.
Die Karten messen 66 mal 120 mm, ein schmales Format, das sich angenehm mischen lässt, aber beim Auslegen Sorgfalt verlangt. Der Karton ist stabil, der Druck scharf. Die Goldfolie ist kein subtiler Akzent. Sie fällt auf. Bei Kerzenlicht noch mehr.
Wie sich dieses Deck zu anderen verhält
Golden Tarot of the Tsar folgt der Rider-Waite-Struktur, aber die Bildsprache ist völlig anders. Wo klassische RWS-Decks mit klarer Symbolik und erkennbaren Szenen arbeiten, verlangt dieses Deck Kenntnisse der christlichen Ikonografie. Eine Figur mit Heiligenschein ist nicht einfach eine Person. Ein goldener Hintergrund steht für göttliches Licht.
Das macht dieses Deck weniger unmittelbar zugänglich als ein Standard-Rider-Waite. Du musst bereit sein, Zeit in das Verständnis der religiösen Verweise zu investieren. Das beiliegende Begleitheft hilft dabei, ist aber knapp gehalten. Die Verbindungen musst du selbst herstellen.
Probiere aus, die Karten bei Kerzenlicht auszulegen. Die Goldfolie reflektiert das Licht auf eine Weise, die das Deck fast meditativ macht. Das passt zur Atmosphäre, die Atanassov schafft.
Für wen dieses Deck gemacht ist
Dieses Deck ist für alle entworfen, die etwas visuell und symbolisch Reicheres suchen als ein Standard-Tarot. Es setzt allerdings voraus, dass du mit der Grundstruktur des Tarots vertraut bist. Die Bildsprache ist zu vielschichtig, um als erstes Deck zu dienen.
Viele Menschen greifen nicht für schnelle tägliche Ziehungen zu diesem Deck, sondern für Momente, in denen sie Zeit haben, bei einer Karte zu verweilen. Die feierliche Bildsprache lädt nicht zur Eile ein.
Über Atanas Atanassov
Atanas Atanassov ist ein bulgarischer Künstler, der sich auf klassische und religiöse Kunststile spezialisiert hat. Seine Arbeit zeichnet sich durch feine Details und einen deutlichen Respekt vor traditionellen Techniken aus. Mit diesem Deck schlägt er eine Brücke zwischen historischer religiöser Kunst und dem Tarotsystem.
Spezifikationen
- Anzahl der Karten: 78
- Kartengröße: 66 x 120 mm
- Material: stabiler Karton mit glänzender Goldfolie
- Sprache des Begleithefts: mehrsprachig (Englisch, Deutsch, Französisch)
- Künstler: Atanas Atanassov
- Verlag: Lo Scarabeo
- Struktur: Rider-Waite-System
Was uns oft gefragt wird
Muss man religiös sein, um mit diesem Deck zu arbeiten?
Nein, aber du musst bereit sein, dich in christliche Symbolik einzulesen. Die Karten verweisen ständig auf Heilige, biblische Szenen und ikonografische Traditionen. Ohne diesen Kontext verpasst du eine Bedeutungsebene.
Bleibt die Goldfolie bei regelmäßiger Nutzung schön?
Wenn du die Karten mit sauberen Händen benutzt und in der Box aufbewahrst, bleibt die Goldfolie jahrelang intakt. Sie ist allerdings empfindlich gegenüber Kratzern, also ist Mischen mit Ringen oder harten Nägeln nicht zu empfehlen.