Grand Etteilla Tarot - französisches Okkult-System aus dem 18. Jahrhundert
Die meisten Tarotkarten, die heute im Umlauf sind, gehen auf die Rider-Waite-Smith-Tradition von 1909 zurück. Das Grand Etteilla geht weiter. Dieses Kartenset stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde von Jean-Baptiste Alliette entworfen, einem französischen Okkultisten, der unter dem Namen Etteilla arbeitete. Er gehörte zu den Ersten, die Tarot als ernsthaftes Wahrsagesystem veröffentlichten, mit Bedeutungen für aufrechte und umgekehrte Karten.
Die hier angebotene Ausgabe ist eine Reproduktion von Grimaud, einem französischen Verlag mit langer Geschichte im klassischen Tarotdruck. Die Illustrationen tragen den Stil des französischen Okkultismus des 18. Jahrhunderts: keine weichen Aquarelle, sondern kompakte Bilder mit direkt auf die Karten gedrucktem Text.
Was dieses Set von Standard-Tarot unterscheidet
Alliette überarbeitete die Struktur der Großen Arkana grundlegend. Die Nummerierung weicht von den üblichen Folgen ab, die Namen der Trümpfe wurden verändert, und das gesamte System basiert auf einem kosmologischen Rahmen, den er selbst entwickelt hat. Er verknüpfte jede Karte mit astrologischen und alchemistischen Entsprechungen und hielt seine Ideen in veröffentlichten Schriften fest.
An den Rändern der Karten stehen französische Schlüsselwörter, für aufrechte und umgekehrte Positionen. Das ist keine dekorative Entscheidung: Im Etteilla-System sind diese Wörter ein zentraler Bestandteil jeder Legung. Wer ernsthaft mit den Karten arbeiten möchte, muss sie lesen können.
Was du in den Händen hältst
Die Karten messen 140 x 70 mm, ein schmales und längliches Format, das sich angenehm mischen lässt. Der Karton ist stabil, die Verarbeitung langlebig. Die Illustrationen bleiben dem klassischen französischen Esoterik-Stil treu: detailliert, historisch geprägt, ohne Modernisierung.
Alle Texte auf den Karten sind auf Französisch. Das ist ein Teil dessen, was diese Ausgabe authentisch macht, bedeutet aber auch, dass eine gewisse Vertrautheit mit dem französischen Schlüsselwortsystem hilfreich ist, wenn du tiefer einsteigen möchtest.
Achte beim Legen auf die Schlüsselwörter an den Kartenrändern. Im Etteilla-System lenken diese Wörter die Deutung, besonders bei umgekehrten Karten.
Über Jean-Baptiste Alliette
Jean-Baptiste Alliette (1738-1791) arbeitete in Paris als Friseur und später als okkulter Schriftsteller. Er gehörte zu den Ersten, die systematische Anweisungen zum Lesen von Tarotkarten veröffentlichten und der Praxis damit eine esoterische Grundlage abseits des Kartenspiels gaben. Sein Pseudonym Etteilla ist sein Nachname rückwärts buchstabiert, und es wurde sein Markenzeichen in den okkulten Kreisen seiner Zeit.
Sein Einfluss auf das moderne Tarot ist erheblich, auch wenn die meisten heutigen Kartenlegenden mit späteren Systemen arbeiten. Das Grand Etteilla bleibt eine primäre Quelle für alle, die die historische Entwicklung des Tarots als Wahrsagesystem studieren.
Spezifikationen
- Anzahl der Karten: 78
- Sprache: Französisch
- Verlag: Grimaud
- Maße: 140 x 70 mm
- Verarbeitung: stabiler Karton, langlebige Verarbeitung
Was uns oft gefragt wird
Weicht die Nummerierung wirklich so stark von einem Standard-Tarot ab?
Ja. Alliette hat die Große Arkana vollständig nach seinem eigenen kosmologischen System umstrukturiert. Die Abfolge, die Namen und die Entsprechungen der Trümpfe unterscheiden sich sowohl von der Marseille-Tradition als auch vom Rider-Waite-Smith-System. Wer eine dieser Traditionen gewohnt ist, arbeitet hier mit einer anderen Logik.
Liegt dem Set ein Begleitheft bei?
Die verfügbaren Informationen erwähnen kein beiliegendes Begleitheft. Die Schlüsselwörter sind auf den Karten selbst aufgedruckt, auf Französisch. Wer das Etteilla-System gründlich studieren möchte, profitiert von ergänzender Literatur zu seiner Methode.