Tarot de Marseille Convos - Nicolas Conver neu eingefärbt
Das Tarot de Marseille ist seit Jahrhunderten eine feste Referenz, und innerhalb dieser Tradition gilt die Version von Nicolas Conver aus dem Jahr 1760 oft als eine der reinsten. Otto Spalinger hat diese Holzschnitte als Ausgangspunkt genommen und ihnen eine neue Farbpalette verliehen: klar, gesättigt, auf Lesbarkeit ausgerichtet.
Das Ergebnis ist ein Deck, das die ursprüngliche Struktur intakt lässt, aber visuell offener wirkt. Die Konturen bleiben scharf, die Symbole unverändert. Die Einfärbung macht den Unterschied.
Was du auf den Karten siehst
Die Bildsprache ist klassisch Marseille: geometrische Figuren, heraldische Formen, wenig Perspektive. Die Großen Arkana sind unbetitelt oder tragen französische Titel, je nach Ausgabe. Die Kleinen Arkana bestehen aus Zahlenkarten ohne Szenen, nur die Symbole selbst: Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen.
Spalingers Einfärbung ist stilisiert, aber nicht flach. Wo historische Marseille-Decks oft gedämpfte oder staubige Töne haben, wählt er lebendigere Farben: Grün, Blau, Rot und Gelb treten klar hervor. Das macht die Karten leichter unterscheidbar und gibt jedem Element mehr Eigengewicht.
Die Karten sind auf stabilem Karton gedruckt, 63,5 x 120,65 mm. Das Format ist länglich, wie es für die meisten Marseille-Decks typisch ist. Das Papier lässt sich geschmeidig mischen und behält seine Form.
Wie sich dieses Deck zu anderen Marseille-Varianten verhält
Die Conver-Tradition ist bekannt für ihre architektonische Balance und straffe Komposition. Spalinger respektiert diese Struktur vollständig. Wer bereits mit Marseille-Tarot arbeitet, wird die Karten sofort wiedererkennen. Wer es zum ersten Mal in die Hand nimmt, wird vor allem die Klarheit bemerken.
Verglichen mit einem Camoin-Jodorowsky oder einem klassischen Grimaud ist dieses Deck heller in der Farbe und weniger staubig in der Atmosphäre. Das macht es zugänglicher, verändert aber auch den Ton: weniger historisches Gewicht, mehr visuelle Direktheit.
Leg eine Karte neben eine ältere Marseille-Version und beachte, wie die Einfärbung die Symbole anders ordnet. Gleiches Bild, andere Hierarchie.
Für wen dieses Deck funktioniert
Dieses Deck richtet sich an alle, die mit der Marseille-Struktur arbeiten möchten, aber eine offenere Farbpalette schätzen. Das Begleitheft ist auf Englisch und prägnant. Es enthält keine ausführlichen Bedeutungen oder Legesysteme, nur eine kurze Erklärung der Marseille-Tradition.
Wer an Szenen auf den Kleinen Arkana gewöhnt ist, wie bei einem Rider-Waite-Deck, muss hier umdenken. Die Zahlenkarten zeigen nur die Anzahl der Symbole, keine Erzählung. Das erfordert eine andere Art des Lesens: intuitiver, weniger narrativ.
Über Otto Spalinger
Otto Spalinger ist ein Künstler, der sich auf das Neueinfärben klassischer Tarotkarten konzentriert. Seine Arbeit am Tarot de Marseille Convos wird für ihre Klarheit und den Respekt vor den ursprünglichen Linien geschätzt. Er verändert keine Kompositionen, nur die Farbe.
Spezifikationen
- Anzahl Karten: 78
- Kartengröße: 63,5 x 120,65 mm
- Gewicht: 295 g
- Verlag: U.S. Games Systems, Inc.
- Sprache Begleitheft: Englisch
- Material: stabiler Karton
- Künstler: Otto Spalinger
- Basierend auf: Nicolas Conver, 1760
Was uns oft gefragt wird
Worin unterscheidet sich dieses Deck von der originalen Conver-Version?
Struktur und Linien sind identisch. Der Unterschied liegt ausschließlich in der Einfärbung: Spalinger verwendet hellere, gesättigtere Farben als die historischen Drucke. Das macht die Symbole visuell direkter.
Sind die Karten geeignet für jemanden, der noch nicht mit Marseille-Tarot gearbeitet hat?
Ja, aber mit einem Hinweis. Die Kleinen Arkana haben keine Szenen, nur Symbole. Das erfordert einen anderen Lesestil als ein Rider-Waite-basiertes Deck. Das Begleitheft erklärt die Grundlagen, bleibt aber knapp.