Tarot of Marseille - Claude Burdels Holzschnitt-Ausgabe von 1751
Das Tarot von Marseille gibt es in Dutzenden Varianten. Diese Ausgabe basiert auf den Karten, die Claude Burdel 1751 in der Schweiz herstellte und druckte. Seine Version ist bekannt für die klare Komposition und die handkolorierte Ausstrahlung, die viele spätere Ausgaben verloren haben.
Lo Scarabeo restaurierte die Karten mit Respekt für den ursprünglichen Holzschnittstil. Die Farben sind primär: Rot, Blau, Gelb, Grün. Die Figuren sind eckig und frontal. Es gibt keine psychologische Tiefe in den Gesichtern, wohl aber in der Symbolik, die sie tragen.
Was dieses Deck von anderen Marseille-Varianten unterscheidet
Die meisten Marseille-Karten, die du heute kaufst, basieren auf dem Nicolas-Conver-Deck von 1760 oder der Grimaud-Version von 1930. Burdels Karten sind älter und haben eine leicht andere symbolische Sprache. Die Jungfrau in den Großen Arkana trägt zum Beispiel eine andere Krone. Der Mond zeigt zwei Hunde statt eines Hundes und eines Wolfs.
Das sind subtile Unterschiede, aber sie zählen, wenn du die historische Entwicklung der Marseille-Tradition verfolgen möchtest. Für Sammler oder alle, die mehrere Ausgaben nebeneinander legen, ist dies eine der Quellversionen.
Was du siehst und fühlst
Die Karten sind kompakt: 66 mal 120 Millimeter. Der Karton ist stabil, nicht dick. Die Oberfläche ist matt, was wenig Reflexion bei Kunstlicht bedeutet. Die Farben sind leuchtend ohne grell zu sein, die Linien scharf ohne modern zu wirken.
Die Kleinen Arkana sind nicht szenisch. Du siehst Stäbe, Schwerter, Kelche und Münzen in symmetrischen Mustern. Es gibt keine Figuren auf diesen Karten, nur die Gegenstände selbst. Das erfordert eine andere Art des Lesens als ein Rider-Waite-System.
Achte beim Legen darauf, wohin die Figuren schauen. In der Burdel-Version blicken die Figuren oft bewusst zueinander oder bewusst weg. Das gibt der Energie zwischen den Karten eine Richtung.
Für wen dieses Deck funktioniert
Dies ist kein Einsteigerdeck. Die Kleinen Arkana enthalten keine Bilderzählungen und das Begleitheft ist knapp. Das Deck setzt voraus, dass du die Grundlagen von Numerologie und Farbensymbolik kennst oder bereit bist, sie aus der Praxis zu lernen.
Wer bereits mit Tarot arbeitet und die historische Linie verstehen möchte, findet hier ein funktionsfähiges Instrument. Die Einfachheit zwingt dich, intuitiv zu lesen statt Bedeutungen nachzuschlagen.
Über Claude Burdel
Claude Burdel war ein Kartenmacher und Graveur aus Fribourg, Schweiz. Er lebte zwischen 1727 und 1799 und stellte Spielkarten, Tarotkarten und anderes gedrucktes Bildmaterial her. Seine Marseille-Karten von 1751 gehören zu den ältesten vollständig erhaltenen Sets in diesem System.
Was seine Arbeit auszeichnet, ist die Konsistenz in der Symbolik und die Klarheit der Holzschnitte. Viele spätere Herausgeber kopierten sein Werk, verloren aber Details im Druckprozess.
Spezifikationen
- Anzahl Karten: 78 (22 Große Arkana, 56 Kleine Arkana)
- Format: 66 x 120 mm
- Material: stabiler Karton mit matter Oberfläche
- Sprache: mehrsprachig (Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Deutsch)
- Verlag: Lo Scarabeo
- ISBN: 9788883955945
- Originalschöpfer: Claude Burdel, 1751
Was uns oft gefragt wird
Wie unterscheidet sich dieses Deck von der Conver-Version?
Die Conver-Karten stammen aus 1760 und haben etwas reichere Details. Die Burdel-Version ist straffer und älter. Beide sind klassische Marseille-Karten, aber mit subtilen ikonografischen Unterschieden.
Sind die Kleinen Arkana ohne szenische Bilder verwendbar?
Ja, wenn du bereit bist, mit Numerologie und Farbe zu arbeiten. Viele Kartenlegende erfahren sogar mehr Freiheit ohne vorgefertigte Bilder. Es erfordert allerdings Übung.