The Tarot of the Sevenfold Mystery - neuplatonische Philosophie in präraphaelitischer Bildsprache
Robert M. Place hat dieses Deck nicht entworfen, um schön zu sein. Er hat es entworfen, um eine These zu belegen: dass das Tarot von seinem Ursprung an neuplatonische Mystik in sich trägt, und dass diese Philosophie noch immer sichtbar ist, wenn man weiß, wo man hinschauen muss. Das ist ein Deck mit einem Argument.
Place ist der Gestalter und Illustrator bekannter Decks, darunter das ursprüngliche Alchemical Tarot. Für dieses Deck ließ er sich vom Maler des 19. Jahrhunderts Edward Burne-Jones inspirieren, der seinerseits auf Botticelli und Michelangelo zurückblickte. Das Ergebnis ist eine visuelle Brücke zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert, zwei Epochen, die beide in derselben philosophischen Tradition verwurzelt sind.
Was die Bildsprache zeigt
Die Figuren auf den Karten sind groß, schlank und von melancholischem Ausdruck, in der charakteristischen Weise von Burne-Jones. Die weiblichen Figuren erinnern an Botticelli, die männlichen tragen etwas von Michelangelo. Die Farben sind tief und gesättigt, die Linienführung elegant und manchmal fast traumhaft.
Die zweite Ausgabe fügt vergoldete Kartenkanten hinzu. Die Karten kommen in einer stoffbezogenen Box mit Schuber. Das ist kein Beiwerk: Es passt zum Charakter eines Decks, das ebenso als Kunstobjekt gedacht ist wie als Lesewerkzeug.
Was das 'siebenfache Geheimnis' bedeutet
Place erklärt in seinen Anmerkungen, dass die 21 Trümpfe in drei Gruppen zu je sieben unterteilt sind, die jeweils einer der drei platonischen Seelenebenen entsprechen. Die sieben Planeten der antiken Kosmologie dienen dabei als Seelenzentren, die vom Kreuzbein bis zur Schädelkrone aufsteigen. Die drei Kardinaltugenden Mäßigung, Stärke und Gerechtigkeit führen diesen Aufstieg, bis die vierte Tugend, die Klugheit, sie alle in der Weltkarte vereint.
Der Kartenrücken zeigt den Stab des Serapis: eine dreiköpfige Figur mit den Köpfen eines Wolfs, eines Löwen und eines Hundes. Sie stehen für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie für die drei platonischen Aspekte der Seele. Place wählte dieses Renaissancesymbol bewusst als Zusammenfassung des Systems, auf dem das Deck aufbaut.
Wie dieses Deck gelesen wird
Place beschreibt das Deck als auf vielen Ebenen lesbar, vom Alltäglichen bis zum Spirituellen. Die kleinen Arkana und Hofkarten schließen in ihrer Bedeutung an das Alchemical Tarot an. Wer jenes Deck kennt, wird die Struktur wiedererkennen.
Die philosophische Ebene macht dieses Deck anspruchsvoll. Wer die Symbolik vollständig erschließen möchte, profitiert von Kenntnissen über Neuplatonismus, platonische Seelenlehre oder Renaissancekunst. Das ist keine Voraussetzung, um Karten zu ziehen, aber der Unterschied zwischen oberflächlichem und vielschichtigem Lesen liegt genau in diesem Wissen.
Lies die Erläuterungen von Place zu den Trümpfen, bevor du mit dem Deck arbeitest. Ohne diesen Kontext siehst du schöne Karten. Mit ihm siehst du ein System.
Über Robert M. Place
Robert M. Place ist bildender Künstler, Illustrator und Autor. Er ist international bekannt als Gestalter des ursprünglichen Alchemical Tarot, dessen Mitautor er ebenfalls war. Danach folgten unter anderem The Tarot of the Saints, The Angels Tarot, The Raziel Tarot, The Vampire Tarot und The Buddha Tarot.
Place ist auch der Autor von 'The Tarot: History, Symbolism, and Divination', das Booklist als möglicherweise das beste je über das Tarot geschriebene Buch bezeichnete. Er hat Vorträge und Workshops zu Mystik und Tarot in den Vereinigten Staaten und auf fünf Kontinenten gehalten.
Spezifikationen
- Anzahl der Karten: 78
- Sprache: Englisch
- Ausgabe: zweite Ausgabe
- Veredelung: vergoldete Kartenkanten
- Verpackung: stoffbezogene Box mit Schuber
- Autor und Illustrator: Robert M. Place
Was uns oft gefragt wird
Was ist bei der zweiten Ausgabe anders?
Die zweite Ausgabe hat vergoldete Kartenkanten und wird in einer stoffbezogenen Box mit Schuber geliefert. Inhalt und philosophische Grundlage des Decks sind unverändert.
Muss ich das Alchemical Tarot kennen, um dieses Deck zu nutzen?
Nein, das ist keine Voraussetzung. Place weist darauf hin, dass die kleinen Arkana und Hofkarten in ihrer Bedeutung an das Alchemical Tarot anschließen. Wer jenes Deck kennt, wird die Struktur schneller erkennen.