Yokai Tarot - japanische Geister in der klassischen Tarotstruktur
Yokai sind weder Engel noch Dämonen. Es sind Geister aus der japanischen Folklore, die ihren eigenen Regeln folgen: Manche schützen, andere necken, viele tun beides. Das Yokai Tarot von Marga Biazzi und Paolo Bertazzo baut ein vollständiges Deck mit 78 Karten um diese Wesen auf, ohne die klassische Tarotstruktur aufzugeben.
Das macht dieses Deck interessant für alle, die die Standardbedeutungen bereits kennen und sehen wollen, wie sie sich in einem anderen kulturellen Rahmen verhalten. Das ist kein Einsteigerdeck, sondern eine bewusste Entscheidung für jemanden, der mit Tarot vertraut ist und vertraute Positionen aus einem neuen Blickwinkel betrachten möchte.
Was du auf den Karten siehst
Jede Karte zeigt einen Yokai in einer Szene, die seinen Charakter offenbart. Die Illustrationen sind detailliert und arbeiten mit kräftigen Farben: rote Dämonen, blasse weibliche Geister, tierische Wesen mit mehreren Schwänzen. Der Stil erinnert an traditionelle japanische Holzschnitte, ist aber zeitgemäß genug, um auf Anhieb lesbar zu sein.
Die Karten enthalten keine Schlüsselbegriffe. Jede Karte zeigt den Namen des Yokai und die zugehörige Arcanum-Nummer. Das Begleitheft beschreibt, welche Geschichte zu jedem Wesen gehört und wie sich das in die Tarotbedeutung übersetzt. Das Begleitheft ist hier kein Beiwerk, sondern ein echtes Arbeitsmittel.
Wie die Symbolik funktioniert
In der japanischen Folklore hat jeder Yokai eine eigene Funktion. Ein Kitsune mit neun Schwänzen bringt Weisheit, aber auch List. Ein Oni steht für Stärke und Wut. Eine Yuki-onna verkörpert zugleich Schönheit und Gefahr.
Biazzi und Bertazzo haben diese Eigenschaften mit den Tarot-Arcana verbunden, indem sie schauten, welcher Yokai von Natur aus zu welcher Karte passt. Der Einsiedler wird zu einem einsamen Berggeist. Der Turm zeigt eine zerstörerische Naturkraft. Diese Verbindungen entstammen den Geschichten selbst und sind nicht erzwungen.
Achte nicht nur auf die klassische Tarotbedeutung, sondern auch darauf, was der Yokai auf der Karte tut. Viele dieser Wesen bewegen sich an der Grenze zwischen Helfen und Hindern. Diese Ambivalenz kann einer Legung deutlich mehr Tiefe verleihen.
Für wen dieses Deck funktioniert
Das Begleitheft setzt voraus, dass du die Grundstruktur des Tarots bereits kennst. Es gibt keine Erklärung darüber, was die Großen Arcana sind oder wie eine Legung funktioniert. Der Fokus liegt auf den einzelnen Yokai und ihren Geschichten.
Wer sich für japanische Mythologie interessiert oder ein Tarot sucht, das nicht in westlicher Symbolik verhaftet bleibt, findet hier eine konkrete Alternative. Die Karten zwingen dazu, vertraute Positionen mit anderen Augen zu betrachten.
Über Marga Biazzi und Paolo Bertazzo
Marga Biazzi illustriert Tarot- und Orakelkarten und verbindet in ihrer Arbeit Atmosphäre und Emotion mit technischer Präzision. Für das Yokai Tarot hat sie sich intensiv mit der Bildsprache der japanischen Folklore beschäftigt.
Paolo Bertazzo schreibt und bringt Struktur in mythologisches Material. Er hat die Yokai ausgewählt und sie inhaltlich den Tarot-Arcana zugeordnet, sodass jedes Wesen nicht nur visuell, sondern auch bedeutungsmäßig zu seiner Karte passt.
Spezifikationen
- Anzahl der Karten: 78
- Kartenformat: 83 x 127 mm
- Boxformat: 83 x 55 x 127 mm
- Gewicht: 500 g
- Sprache: Englisch
- Verlag: Llewellyn Publications
- ISBN: 9780738779652
- Inhalt: 78 Karten, Begleitheft mit Yokai-Beschreibungen und Legemustern, stabile Aufbewahrungsbox
- Illustratorin: Marga Biazzi
- Autor: Paolo Bertazzo
Was uns oft gefragt wird
Muss ich japanische Mythologie kennen, um mit diesem Deck zu arbeiten?
Nein. Das Begleitheft beschreibt jedes Wesen und erklärt, wie es sich zur Tarotkarte verhält. Vorkenntnisse sind hilfreich, aber keine Voraussetzung.
Folgt dieses Deck der traditionellen Tarotstruktur?
Ja. Alle 22 Großen Arcana und 56 Kleinen Arcana sind vorhanden. Die Symbolik ist anders, aber die Struktur ist dieselbe wie bei einem klassischen Tarot.