Engeltarot: mit Engelkarten und Erzengeln arbeiten
Alles über Engelkarten, wie du damit legst und welches Deck zu dir passt
Engelkarten sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden, und das ist kein Wunder. Wo gewöhnliche Tarotkarten dich manchmal mit den schärferen Seiten des Lebens konfrontieren, bringen Engelkarten einen sanfteren Ton. Sie arbeiten mit der Energie von Engeln und Erzengeln, und viele Menschen erleben sie als ermutigend und liebevoll. In diesem Artikel erfährst du, was Engelkarten sind, wie sie sich von klassischem Tarot unterscheiden, wie du selbst damit legst und welche Engeldecks es gibt, damit du das Deck wählen kannst, das zu dir passt.
Was sind Engelkarten?
Engelkarten sind eine Form von Orakelkarten, bei der jede Karte mit einem Engel, einem Erzengel oder einer unterstützenden Botschaft verbunden ist. Du nutzt sie, um Einsicht in eine Situation zu gewinnen, um bei einer Frage innezuhalten, die dich beschäftigt, oder einfach, um den Tag mit einem ermutigenden Gedanken zu beginnen. Anders als bei einem Spiel mit festen Regeln geht es bei Engelkarten darum, was die Karte in dir auslöst. Das Bild, der Text und das Gefühl, das die Karte hervorruft, bilden zusammen die Botschaft, und du verbindest sie mit deinem eigenen Leben.
Was Engelkarten von vielen anderen Orakelkarten unterscheidet, ist der Ton. Die Botschaften sind fast immer positiv und unterstützend. Sie zeigen nicht mit strengem Finger auf das, was schiefläuft, sondern reichen dir eine Hand. Für Menschen, die gerade erst mit dem Kartenziehen beginnen, ist das angenehm, weil du nie mit einem schlechten Gefühl zurückbleibst. Zugleich sind Engelkarten kein Kinderspiel: Sie können dir genau den Anstoß geben, den du brauchtest, oder einen Gedanken bestätigen, den du längst hattest, aber noch nicht auszusprechen wagtest.
Der Unterschied zwischen Engelkarten und gewöhnlichem Tarot
Der größte Unterschied liegt in der Stimmung und im Aufbau. Ein klassisches Tarotdeck besteht aus 78 Karten mit einer festen Struktur: den 22 Karten der Großen Arkana und den 56 Karten der Kleinen Arkana, aufgeteilt in vier Farben. Diese Karten tragen eine reiche, manchmal anspruchsvolle Symbolik. Der Turm, der Tod oder der Teufel können sich in einer Legung wie eine kalte Dusche anfühlen, auch wenn sie etwas Wertvolles meinen. Tarot verlangt daher etwas mehr Beschäftigung und die Bereitschaft, auch die schwierige Seite einer Situation anzuschauen.
Engeldecks haben diese feste Struktur meist nicht. Die Anzahl der Karten unterscheidet sich von Deck zu Deck, die Karten tragen oft eine kurze Botschaft oder ein Schlüsselwort, und der Ton ist sanfter. Du musst keine 78 Bedeutungen auswendig lernen, um damit arbeiten zu können. Das macht Engelkarten für Anfänger zugänglicher, während sie für Fortgeschrittene eine schöne Ergänzung neben einem Tarotdeck sind. Viele Menschen legen zuerst ihre Tarotkarten für das vollständige Bild und ziehen danach eine Engelkarte für die Ermutigung oder den Rat, der dazu passt. So ergänzen sich beide schön: Tarot zeigt, was los ist, die Engelkarte zeigt, wie du mit offenem Herzen damit umgehst.
Wie ziehst du eine Engelkarte?
Mit Engelkarten zu arbeiten muss nicht kompliziert sein. Das Schöne ist gerade, dass du es so einfach oder so ausführlich gestalten kannst, wie du möchtest. Nimm dir vor dem Beginn einen Moment Zeit. Setz dich ruhig hin, atme ein paar Mal tief durch und lass die Hektik des Tages los. Denk an die Frage oder das Thema, zu dem du mehr Klarheit suchst. Das darf eine konkrete Frage sein, aber genauso gut ein offenes Gefühl von “Was brauche ich heute?”. Mische dann die Karten, während du bei deiner Frage bleibst, und zieh die Karte, die deine Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Wenn du die Karte vor dir hast, schau zuerst auf das Bild und das Gefühl, das es hervorruft, noch bevor du den Text liest. Oft spürst du innerlich schon, was die Karte dir sagen möchte. Lies danach die Botschaft und die Erklärung im dazugehörigen Begleitheft und verbinde das Gelesene mit deiner Situation. Es gibt kein Richtig oder Falsch: Der Wert liegt darin, was die Karte in dir in Bewegung setzt. Möchtest du es einfach halten, dann zieh jeden Morgen eine Karte als kleine Stütze für den Tag. Möchtest du tiefer gehen, kannst du mehrere Karten nebeneinanderlegen, zum Beispiel für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Möchtest du erst in Ruhe üben, ohne gleich ein Deck zu kaufen? Auf unserer Seite kannst du kostenlos eine Tageskarte ziehen. So bekommst du ein Gefühl dafür, wie es funktioniert, und merkst von selbst, ob die Karten dich ansprechen.
Die Große Arkana und die Erzengel
Eine der schönsten Arten, Tarot und Engel zusammenzubringen, ist es, die 22 Karten der Großen Arkana mit einem Erzengel zu verbinden. Jede Karte steht für ein Lebensthema, und zu jedem Thema passt ein Engel, der dich in diesem Bereich unterstützt. Die folgende Übersicht zeigt zu jeder Karte, welcher Erzengel dazugehört und welche Kernbotschaft sie gemeinsam tragen. Du kannst sie als Nachschlagewerk beim Legen verwenden oder als Anregung, um eine Tarotkarte mit einer Engelbotschaft zu verbinden.
- Der Narr (0), Erzengel Michael: Michael begleitet dich bei jedem neuen Schritt ins Unbekannte. “Vertraue dem Prozess und wage den Sprung.”
- Der Magier (I), Erzengel Zaphkiel: Zaphkiel steht für Kreativität und Manifestation. “Nutze deine Talente, um deine Realität zu gestalten.”
- Die Hohepriesterin (II), Erzengel Ariel: Ariel lädt dich ein, auf deine Intuition zu hören. “Entdecke die Weisheit, die in dir verborgen liegt.”
- Die Herrscherin (III), Erzengel Sandalphon: Sandalphon hilft dir, dich mit Fülle und Fürsorge zu verbinden. “Sei fürsorglich, für dich selbst und für andere.”
- Der Herrscher (IV), Erzengel Haniel: Haniel bietet Struktur und Stabilität. “Schaffe Ordnung in deinem Leben und sei der Führer deiner eigenen Welt.”
- Der Hierophant (V), Erzengel Metatron: Metatron steht für Wissen und Weisheit. “Suche nach tieferer Wahrheit und teile dein Wissen mit anderen.”
- Die Liebenden (VI), Erzengel Chamuel: Chamuel fördert harmonische Beziehungen. “Folge dem Pfad der Liebe und Verbindung.”
- Der Wagen (VII), Erzengel Gabriel: Gabriel ermutigt dich, deine Ziele entschlossen zu verfolgen. “Bleib fokussiert und lass dich von nichts ablenken.”
- Die Kraft (VIII), Erzengel Camael: Camael unterstützt deine innere Stärke. “Finde Kraft in der Sanftheit und bleib standhaft.”
- Der Eremit (IX), Erzengel Cassiel: Cassiel begleitet dich bei der Innenschau. “Manchmal musst du dich zurückziehen, um dich wirklich kennenzulernen.”
- Das Rad des Schicksals (X), Göttliche Gnade: diese Karte erinnert uns an das Schicksal und die Unvorhersehbarkeit des Lebens. “Nimm die Veränderungen an, die das Leben bringt.”
- Die Gerechtigkeit (XI), Erzengel Raguel: Raguel steht für Gerechtigkeit und Fairness. “Handle mit Integrität und vertraue auf Gerechtigkeit.”
- Der Gehängte (XII), Erzengel Raphael: Raphael lehrt uns über das Loslassen und die Hingabe. “Manchmal musst du annehmen, um weitergehen zu können.”
- Der Tod (XIII), Erzengel Azrael: Azrael hilft bei Wandlung und Abschluss. “Lass das Alte los, um Raum für das Neue zu schaffen.”
- Die Mäßigkeit (XIV), Erzengel Netzach: Netzach bringt Gleichgewicht und Harmonie. “Finde die Mitte zwischen den Extremen und bleib im Gleichgewicht.”
- Der Teufel (XV), Luzifer (gefallener Engel): Luzifer erinnert uns an die Versuchungen und Herausforderungen des Lebens. “Wähle bewusst und sei dir deiner eigenen Fallstricke bewusst.”
- Der Turm (XVI), Gefallene Engel: diese Karte symbolisiert plötzliche Veränderung. “Lass alte Strukturen einstürzen, um neu zu beginnen.”
- Der Stern (XVII), Erzengel Phanuel: Phanuel steht für Hoffnung und Inspiration. “Glaube weiter an eine positive Zukunft.”
- Der Mond (XVIII), Erzengel Raziel: Raziel hilft dir, deine tiefsten Gefühle zu verstehen. “Lass deine Intuition dich durch die Nacht führen.”
- Die Sonne (XIX), Erzengel Uriel: Uriel bringt Klarheit und Wahrheit. “Nimm die Wahrheit an und strahle in deiner Authentizität.”
- Das Gericht (XX), Erzengel Jophiel: Jophiel begleitet wichtige Lebensentscheidungen. “Sei ehrlich zu dir selbst und übernimm Verantwortung.”
- Die Welt (XXI), Erzengel Sachiel: Sachiel steht für Vollendung und einen neuen Anfang. “Feiere deine Erfolge und bereite dich auf ein neues Abenteuer vor.”
Du musst diese Übersicht nicht auswendig lernen. Sie funktioniert gerade gut als Nachschlagewerk: Ziehst du eine Tarotkarte aus der Großen Arkana, kannst du nachsehen, welcher Erzengel passt und welche Botschaft sie gemeinsam tragen. So bekommt eine klassische Tarotlegung eine sanfte, unterstützende Ebene dazu.
Welches Engeldeck passt zu dir?
Es gibt sehr viele Engeldecks, und welches zu dir passt, hängt davon ab, wonach du suchst. Möchtest du vor allem Trost und Unterstützung, wählst du ein anderes Deck, als wenn du konkrete Antworten auf Fragen suchst oder gezielt mit den Erzengeln arbeiten willst. Zu jedem Deck gehört ein Begleitheft mit Erklärungen, sodass du auch ohne Erfahrung sofort beginnen kannst. Nimm dir Zeit, das Deck zu finden, dessen Bilder und Ton dich ansprechen, denn diese Verbindung lässt die Arbeit mit den Karten natürlich anfühlen.
Fühlst du dich zu Trost und Heilung hingezogen, dann suche ein Deck mit warmem, sanftem Ton, gemacht für Momente, in denen du kurz durchatmen möchtest. Willst du lieber gezielt mit den Erzengeln arbeiten, passt das schön zur Übersicht oben: Ein Deck rund um die Erzengel lässt dich mit der Energie jedes einzelnen von ihnen arbeiten. Und möchtest du ein komplettes Set verschenken oder damit anfangen, dann wähle ein Deck, das Karten und Buch zusammen enthält, damit du alles an einem Ort hast.
Häufig gestellte Fragen zu Engelkarten
Sind Engelkarten für Anfänger geeignet?
Ja, gerade schon. Weil die Botschaften sanft und positiv sind und meist ein klares Begleitheft dabei ist, kannst du ohne Vorkenntnisse beginnen. Du musst keine komplizierte Symbolik lernen; du vertraust auf das Bild, die Botschaft und dein eigenes Gefühl.
Was ist der Unterschied zwischen Engelkarten und Orakelkarten?
Engelkarten sind eine Art Orakelkarten. Orakelkarten ist der breitere Name für alle Kartendecks ohne die feste Struktur des Tarot. Bei Engelkarten geht es speziell um die Energie von Engeln und Erzengeln, mit einem liebevollen und unterstützenden Ton.
Kann ich Engelkarten mit meinem Tarotdeck kombinieren?
Auf jeden Fall. Viele Menschen legen zuerst ihre Tarotkarten für das vollständige Bild einer Situation und ziehen danach eine Engelkarte für die Ermutigung oder den Rat, der dazu passt. Die beiden ergänzen sich schön.
Wie oft kann ich eine Engelkarte ziehen?
So oft du möchtest. Viele Menschen ziehen jeden Morgen eine Karte als kleine Stütze für den Tag. Bei einer bestimmten Frage ist es schön, die Karte erst wirken zu lassen, bevor du erneut ziehst, damit du der Botschaft echten Raum gibst.
Bereit, selbst zu beginnen? Zieh zuerst kostenlos eine Tageskarte, um zu spüren, wie es funktioniert, und lass dich von den Erzengeln durch deinen Tag begleiten.
