Cartes de Visite 202666 Edition - 44 Patientenporträts aus der Fenwood Asylum
Stell dir eine Archivschachtel aus einer psychiatrischen Einrichtung des 19. Jahrhunderts vor. Darin: Visitenkartenfotografien von Patienten, jede mit einer Fallnotiz auf der Rückseite. Genau das hat Patrick Valenza mit der Cartes de Visite 202666 Edition nachgebaut.
Die Karten basieren auf bearbeiteten antiken Cartes de Visite, jenen kleinen Porträtfotos, die im 19. Jahrhundert verbreitet waren. Valenza hat sie mit surrealistischer Bildbearbeitung versehen und handgeschriebene Texte hinzugefügt, die die Bewohner des fiktiven Fenwood Asylum beschreiben. Die 202666 Edition ist die erweiterte Nachfolgerin einer Ausgabe von 2015, die 30 Karten enthielt. Diese Version umfasst 44 Karten, kommt in einem größeren Format und wird in einer stabilen zweiteiligen Steckbox geliefert.
Was du auf den Karten siehst
Die Vorderseiten zeigen Schwarzweiß-Porträtfotos im Stil des 19. Jahrhunderts, bearbeitet mit surrealistischen Elementen. Das Korn der originalen Fotografie ist erhalten geblieben. Im großen Format von ca. 89 x 146 mm wirken die Texturen überzeugend authentisch. Dieses Format wurde bewusst gewählt, damit die Details der Bildbearbeitungen sichtbar werden.
Die Rückseiten sind der Kern des Decks. Jede Karte trägt einen handgeschriebenen Text, der mehr über den jeweiligen Patienten verrät: seinen Hintergrund, die Experimente, denen er ausgesetzt war, seine Beziehung zu anderen Asylum-Bewohnern. Zusammen ergeben diese Texte ein Puzzle der Geschichte von Fenwood. Leserinnen und Leser beschreiben die Erfahrung als eine Art Escape-Room in einer Schachtel.
Wie du damit arbeitest
Dieses Deck ist nicht für tägliche Legepraxis gedacht. Es funktioniert am besten, wenn du es zunächst wie ein Archiv behandelst: Karte für Karte betrachten, Rückseiten lesen, die Verbindungen zwischen den Charakteren herausarbeiten. Als Orakel beginnt das Deck zu funktionieren, sobald du seine Bewohner kennst.
Die häufigste Anwendung ist das Ziehen einer einzelnen Karte als Ergänzung zu einer Legung mit einem anderen Deck. Die Frage verschiebt sich dann von 'Was wird passieren?' zu 'Welchen Aspekt dieser Situation übersehe ich?' oder 'Welches innere Muster ist gerade aktiv?' Valenza bezeichnet dieses Terrain als Schattenarbeit: ehrlich, psychologisch, nicht immer bequem.
Format und Kartondicke machen das übliche Mischen schwierig. Die meisten fächern die Karten auf dem Tisch aus oder nehmen eine direkt aus dem Fächer. Das passt zum Charakter des Decks.
Lies die Rückseiten, bevor du anfängst zu ziehen. Das Deck braucht Kontext, um zu funktionieren. Wer die Geschichten kennt, sieht mehr in den Bildern.
Über Patrick Valenza
Patrick Valenza ist der Schöpfer des Deviant Moon Tarot, eines der bekanntesten Tarotstile der letzten Jahrzehnte. Seine Arbeit schöpft aus Kindheitsträumen, alten Friedhöfen und psychiatrischen Einrichtungen. Er kombiniert Texturen aus echten Fotografien, wie verwitterte Wände und Grabsteine, mit handgezeichneten Figuren.
Über sein Unternehmen Deviant Moon Inc., das er in dem, was er 'The Asylum' in New York nennt, betreibt, bringt er limitierte Auflagen vollständig in eigener Regie heraus. Die 202666 Edition ist die bisher vollständigste Version des Cartes de Visite-Projekts.
Spezifikationen
- Anzahl der Karten: 44
- Format: ca. 89 x 146 mm
- Sprache: Englisch (handgeschriebene Texte auf der Rückseite)
- Verpackung: Zweiteilige Steckbox
- Ausgabe: 202666 Edition (Nachfolgerin der 2015-Ausgabe mit 30 Karten)
- Macher: Patrick Valenza
- Verlag: Deviant Moon Inc.
Was uns oft gefragt wird
Was ist der Unterschied zur Ausgabe von 2015?
Die 2015-Ausgabe enthielt 30 Karten in einer einfachen Tuck-Box. Die 202666 Edition hat 44 Karten, ein größeres Format, ausführlichere handgeschriebene Texte auf der Rückseite und eine stabile zweiteilige Steckbox. Auch die Bildbearbeitung wurde verfeinert: Die Scans sind schärfer, und die Texturen kommen in diesem Format besser zur Geltung.
Funktioniert dieses Deck allein, oder arbeitet es besser neben einem anderen Deck?
Die meisten Kartenlegende setzen dieses Deck als Ergänzung zu einem anderen Deck ein, etwa einem Tarot oder einem strukturierten Orakel. Die Karten folgen keiner traditionellen Orakel- oder Tarotstruktur und enthalten keine Legeanleitungen. Das Ziehen einer einzelnen Karte, ausgerichtet auf Charakterstudie oder Schattenarbeit, ist die am häufigsten beschriebene Vorgehensweise.